Regenerative Landwirtschaft

Regenerative Landwirtschaft

Als Bio-Landwirte streben wir nach der Etablierung regenerativer Produktionssysteme. Der desaströse Zustand unserer globalisiert industriellen Landwirtschaft, sowie unserer Umwelt insgesamt, macht einfache Nachhaltigkeit, also den simplen Erhalt von Ressourcen in unseren Augen obsolet. Ein wahrhaftig ökologischer Wandel kann nur dann langfristig erfolgreich sein, wenn Ressourcen nicht nur geschont, sondern gemehrt werden. Das Wunder der Photosynthese, die Erzeugung von Biomasse, das Entstehen von Leben aus Licht, Luft und Wasser ermöglicht es uns als Landwirte die Ökologie unserer Landschaft dauerhaft zu verbessern, indem wir Bodenbiologie und Biodiversität durch die geschickte Manipulation natürlicher Prozesse anregen.

Auch die Beziehung zwischen Mensch und Nutztier bedarf der Regeneration. Wenn wir unseren Tieren einen möglichst natürlichen und stressfreien Lebensraum zur Verfügung stellen, dann mehren wir nicht nur ihr Wohl, sondern ebenso das unsere, da ein Tier mit robustem Immunsystem es auch ohne den Einsatz von Antibiotika bis auf unsere Teller schafft.

Die bewusste Art der Herstellung von Lebensmitteln, im kleinen, lokalen Rahmen mit viel Handarbeit hat ihren Preis. Einen Preis, den viele nicht bereit sind zu zahlen, angesichts der vermeintlich günstigen Angebote großer Discounter-Ketten. Das Ziel der Regeneration gilt deshalb auch dem Wert, den wir als Gesellschaft unserer Nahrung beimessen. Die Lebensmittel die wir konsumieren sind nicht nur einfache Energielieferanten – sie sind der Stoff aus dem die Zellen unseres Körpers erneuert werden. Wir sind, im wahrsten Sinne des Wortes, was wir essen. Was ist uns unsere Gesundheit also wert?

Die Monopolartigen Strukturen des Lebensmittelhandels, in dem ein Unternehmen beinahe 50% des Marktes beherrscht berauben konventionelle Landwirte jeglicher Verhandlungsmacht. Dumpingpreise müssen von ihnen akzeptiert werden, denn es gibt keine anderen Abnehmer. Das Resultat ist eine Landwirtschaft, die in großen Teilen nicht kostendeckend wirtschaftet und wirtschaften kann, und somit durch den größten Posten des EU-Haushalts, die Agrarsubventionen gestützt werden muss. Was der Verbraucher also an der Ladentheke spart, das zahlt er später über seine Steuern. Von den Agrarsubventionen profitieren jedoch vor allem Großbetriebe, für die der Schutz unserer Umwelt und das Tierwohl häufig eine geringe Rolle spielen. Warum also nicht direkt beim Bauern des Vertrauens kaufen, einen fairen Preis zahlen und auf Jahre hin gesunde Lebensmittel genießen?